Liste undogmatischer StudentInnen http://lust.blogsport.de Fri, 01 Jan 2016 23:58:08 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Neue Website http://lust.blogsport.de/2016/01/02/neue-website/ http://lust.blogsport.de/2016/01/02/neue-website/#comments Fri, 01 Jan 2016 23:58:08 +0000 Administrator Allgemein http://lust.blogsport.de/2016/01/02/neue-website/ Wir haben eine neue Website: http://lustbonn.org/

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Plenum (05.05.15) http://lust.blogsport.de/2015/05/05/plenum-05-05-15/ http://lust.blogsport.de/2015/05/05/plenum-05-05-15/#comments Tue, 05 May 2015 10:39:49 +0000 Administrator Allgemein http://lust.blogsport.de/2015/05/05/plenum-05-05-15/ Heute Abend findet eine Vortragsveranstaltung im Buchladen Le Sabot statt, weswegen unser Plenum woanders stattfinden wird. Wir treffen uns um 20:30 Uhr vor dem Buchladen und gehen dann weiter.

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Gegen den Massenmord im Mittelmeer – Nieder mit der Festung Europa http://lust.blogsport.de/2015/04/27/gegen-den-massenmord-im-mittelmeer-nieder-mit-der-festung-europa/ http://lust.blogsport.de/2015/04/27/gegen-den-massenmord-im-mittelmeer-nieder-mit-der-festung-europa/#comments Mon, 27 Apr 2015 11:26:52 +0000 Administrator Allgemein http://lust.blogsport.de/2015/04/27/gegen-den-massenmord-im-mittelmeer-nieder-mit-der-festung-europa/ Letzten Samstag fand eine Demonstration in Düsseldorf unter dem Motto “Gegen den Massenmord im Mittelmeer – Nieder mit der Festung Europa” statt. Die Initiative gegen Duisburger Zustände veröffentlichte einen Bericht.

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Geschichte und Psychologie http://lust.blogsport.de/2015/03/18/geschichte-und-psychologie/ http://lust.blogsport.de/2015/03/18/geschichte-und-psychologie/#comments Wed, 18 Mar 2015 19:11:24 +0000 Administrator Allgemein http://lust.blogsport.de/2015/03/18/geschichte-und-psychologie/ Wir diskutieren kommenden Dienstag über die erste Hälfte des Textes „Geschichte und Psychologie“ von Horkheimer. Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen.

Geschichte und Psychologie (PDF).

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Wahlergebnis http://lust.blogsport.de/2015/01/23/wahlergebnis/ http://lust.blogsport.de/2015/01/23/wahlergebnis/#comments Fri, 23 Jan 2015 15:31:29 +0000 Administrator Allgemein http://lust.blogsport.de/2015/01/23/wahlergebnis/ Die LUST hat sechs Sitze im neuen Studierendenparlament, also doppelt so viele wie im letzten. Die Jusos haben 17, die Piraten drei, der RCDS 11 und die LHG sechs. Damit kann die Koalition fortgeführt werden. Wir danken unseren Wählerinnen und Wählern. (vorläufiges Wahlergebnis)

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Elefantenrunden zu Katzenecken! http://lust.blogsport.de/2015/01/15/elefantenrunden-zu-katzenecken/ http://lust.blogsport.de/2015/01/15/elefantenrunden-zu-katzenecken/#comments Thu, 15 Jan 2015 14:31:14 +0000 Administrator Allgemein http://lust.blogsport.de/2015/01/15/elefantenrunden-zu-katzenecken/ Nachdem wir im letzten Jahr die sog. „Elefantenrunde“ aus Protest gegen die autoerotische Selbstbespiegelung der Hochschulpolitik (“Von Wahl-Automaten, Elefantenrunden und inszenierter Demokratie“ – Flugblatt der LUST zur Wahl 2014) flyerschmeißend verlassen hatten, kündigte unsere Vertreterin bei der gestrigen Wiederholung von der Bühne aus an, dass man in diesem Jahr in angemessenem Maße an der Diskussion teilnehmen wolle. Auf die Entschuldigung für die Aktion aus dem letzten Jahr folgte sodann die Enthüllung der größten Vorsitzenden aller Zeiten der LUST. Die Katze nahm auf dem für uns reservierten Stuhl auf der Bühne Platz und demonstrierte bis zum Schluss mit eisiger Mine, was sie von der Show hielt. Auf dem Foto zu sehen ist sie auf dem Schoß der Spitzenkandidatin der Juso-Hochschulgruppe, Lillian Bäcker: dorthin hatte sie sich nach eineinhalb Stunden fabriziertem Unsinn und dreist vorgetragener Unwahrheiten des RCDS-Kandidaten geflüchtet, weil von besagter Sozialdemokratin noch der einzig wirklich erträgliche Auftritt hingelegt worden ist.

Grumpy Cat, die größte LUST-Vorsitzende aller Zeiten, flüchtet sich bei der Elefantenrunde zur Juso-Kandidatin.

Höhepunkte der Hässlichkeiten gab es viele, und die kamen zuverlässigerweise vonseiten des in Bonn rechts-chauvinistisch auftretenden RCDS. So beschwerte sich Luc Kerren schon zu Beginn der Runde über die finanzielle Unterstützung einer jährlich stattfindenden Bildungsfahrt nach Auschwitz. Dass die Jusos ihm auf Nachfrage für ihre Unterstützung dieser Fahrt keine Gründe nennen wollten, wertete der gern mal als „Sherluc“ verlachte Fraktionsvorsitzende als Indiz für eine linksextreme Verschwörung rund um besagte Reise nach Polen. Wie man vom Stichwort „Auschwitz“ ohne Atempause ausgerechnet gleich auf Linksextremismus komme, diese Nachfrage konnte Kerren dann allerdings nicht beantworten. Stattdessen glänzte ein RCDS-Kandidat in der dann eröffneten offenen Diskussionsrunde damit, dass er zuallererst mal meinte, bemerken zu müssen, er freue sich über die Kandidatur der Jungsozialistin Lillian Bäcker, sie sei ja auch ein hübsches Mädchen. Anscheinend reagiert man aufseiten des RCDS auf die in den letzten Wochen verstärkte Thematisierung der sexistischen Zotigkeiten der Opposition mit einer Intensivierung eben dieser. Den Vogel schoss allerdings wieder Luc Kerren ab, indem er auf Nachfrage seine in einer SP-Sitzung getätigte Androhung weiterer sexistischer, sexualisierter Kommentare („kommt, stellt euren Antrag, winkt ihn durch, ändern wird sich eh nix!“) gegen linke Frauen verleugnete – und das in Anwesenheit einer Vielzahl von Zeug_innen, die genau diese Äußerung mit eigenen Ohren gehört hatten. Als wäre all das noch nicht genug, wählte Kerren als Entgegnung auf die geäußerte Forderung, der RCDS möge sich endlich von den rechten Studentenverbindungen distanzieren, er habe auch ein LUST-Mitglied mal am Tresen eines solchen Verbindungshauses angetroffen. Und tatsächlich: eine solche Begegnung hatte es gegeben. Dabei war Kerren ein Interview-Schnipsel mit Konrad Adenauer vorgespielt worden, in dem dieser von der „Macht der Juden“ phantasierte, wegen der er, Adenauer, seit jeher seine Kraft auf eine Versöhnung zwischen „dem deutschen und dem jüdischen Volke“ aufgewendet habe. Auf diese Widerlichkeit jedoch hatte Kerren nur entgegnet, dass Adenauer ja Recht gehabt habe mit dieser Einschätzung. Zu diesem antisemitischen Weltbild befragt, wusste er gestern Abend jedoch – mal wieder – keine Antwort. So erklärt sich vielleicht auch die Wut, die Kerren noch immer bekommt, wenn Studierende das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besuchen, aus tieferen psychologischen Gründen. Lieber redete Kerren jedoch, der der linken Koalition sonst bei jeder Gelegenheit vorwirft, sie betätige sich „allgemeinpolitisch“, von der Rettung des Melbbades durch einen RCDS-AStA. Die Christdemokrat_innen würden sich „für die Badekultur“ in Bonn einsetzen. So ist vermutlich auch der „Bonner Frühling“ zu verstehen, den die rechte Hochschulgruppe auf ihren Wahlkampfplakaten fordert.

Video: Konrad Adenauer über „die Macht der Juden“

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RCDS will LUST Zitat verbieten http://lust.blogsport.de/2015/01/12/rcds-will-lust-zitat-verbieten/ http://lust.blogsport.de/2015/01/12/rcds-will-lust-zitat-verbieten/#comments Mon, 12 Jan 2015 14:38:27 +0000 Administrator Allgemein Stellungnahmen http://lust.blogsport.de/2015/01/12/rcds-will-lust-zitat-verbieten/ Der Fraktionsvorsitzende des Bonner RCDS droht der Liste undogmatischer StudentInnen mit juristischen Konsequenzen, sollte sie ein kürzlich aufgehangenes Plakat nicht zurückziehen. Darauf zitiert sie besagten Fraktionsvorsitzenden, Luc Kerren. Er hatte in einem Redebeitrag im Bonner Studierendenparlament gesagt: „Kommt, stellt euren Antrag, winkt ihn durch, ändern wird sich eh nix!“, als ein von uns eingebrachter Antrag zur Debatte stand. Mit dem angenommenen Antrag verurteilt das Gremium der verfassten Studierendenschaft, dass bei der vorangegangenen SP-Sitzung eine zur Wahl stehende Referentin der linken Koalition aus den Reihen des RCDS als „Quotenbarby“ tituliert worden war, als diese sich dem Parlament vorstellte. Laut Antragstext sind die Parlamentsmitglieder aufgefordert, auf sexistische Äußerungen wie die gefallene zukünftig aus Gründen der Einsicht zu verzichten.

Kerren sehe sich in seiner Ehre verletzt und bestreitet in einer E-Mail beide vor dem gesamten Parlament getätigte Äußerungen.

Dabei haben sexistische Entgleisungen im Studierendenparlament fast schon Tradition: als eine linke Kandidatin für die Wahl zum Ältestenrat vor einigen Monaten nach vorne ging, um sich dort den Fragen zu stellen, war ihr von den Oppositionsbänken sexualisiert hinterhergepfiffen worden.

Jüngst war der RCDS dadurch negativ aufgefallen, dass er Einspruch gegen die Wahlzulassung der grünen Hochschulgruppe ghg:campusgrün eingelegt hatte. Weil die Liste ganze drei Sekunden nach 12 Uhr eingereicht worden sei, bestand die rechte Hochschulgruppe auf den Ausschluss der Grünen, die in der aktuellen Parlamentsperiode die meisten Sitze auf sich vereinen. Damit dürfte sie dazu beigetragen haben, dass das politische Desinteresse unter den Studierenden noch einmal zugenommen hat. Es wird davon ausgegangen, dass die Wahlbeteiligung durch den erfolgten, weil rechtsgültigen Ausschluss in diesem Jahr weiter sinken wird.

Die Liste undogmatischer StudentInnen lässt sich von den haltlosen Drohungen des RCDS-Mitglieds nicht einschüchtern und verstärkt zeitnah die Wahlwerbung mit besagtem Zitat. „Luc Kerren sollte endlich anfangen, als Oppositionsführer eine ordentliche Kontrolle der AStA-Koalition im SP zu gewährleisten. Stattdessen scheint es, als bekämpfe er lieber die Glaubwürdigkeit der Demokratie in der verfassten Studierendenschaft“, heißt es aus der LUST.

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Rede zur Kundgebung anl. des Pariser Anschlags http://lust.blogsport.de/2015/01/10/rede-zur-kundgebung-anl-des-pariser-anschlags-3/ http://lust.blogsport.de/2015/01/10/rede-zur-kundgebung-anl-des-pariser-anschlags-3/#comments Sat, 10 Jan 2015 17:37:21 +0000 Administrator Allgemein Stellungnahmen http://lust.blogsport.de/2015/01/10/rede-zur-kundgebung-anl-des-pariser-anschlags-3/ Auf der Kundgebung des von der LUST unterstützten Emanzipatorischen Antifa-Bündnisses „Solidarität mit der Charlie Hebdo & dem Kampf gegen Theokratie, Faschismus & Antisemitismus“ wurde folgende Rede zur Strategie gegen den hiesigen Islamismus gehalten, die wir dokumentieren wollen:

Liebe Freunde und Freundinnen, die ihr heute hergekommen seid, um eure Trauer und Wut über den Mordanschlag von Paris auszudrücken:

Wenn wir uns hier versammeln, darf das nicht nur als ein erneuter, kleiner Aufschrei oder als Ausdruck dessen, was wir empfinden, verpuffen. Wir müssen uns auch darüber verständigen, wie das gehen soll: „Kampf gegen Theokratie, Faschismus und Antisemitismus“.


Werfen wir einen Blick in einen der jährlich neu aufgelegten Verfassungsschutzberichte. Denn bislang scheint das ja ausschließlich deren Job zu sein. Wir finden dort Bestrebungen, die eine theokratische Diktatur der Priesterkaste durchsetzen wollen, die das Tragen des Higab durch eine Sittenpolizei bewacht sehen wollen, die von Vergewaltigung betroffenen Frauen etwa als verführerische Ehebrecherinnen gleich an`s jüngste Gericht verweisen wollen und die den Juden und Jüdinnen immer wieder ihre baldige Vernichtung ankündigen – wir finden solche Bestrebungen nicht etwa unter „Rechtsextremismus“, wie sich das für religiöse Fundamentalist_innen, organisierte Frauenhasser_innen oder mordlustige Antisemit_innen gehört. Für diese Leute haben die Wächter_innen über die Verfassungsordnung die Kategorie des „Islamismus“ vorgesehen. Daneben existieren „Links-“ und „Rechtsextremismus“ und eine weitere Kategorie. Für diesen Rest haben die deutschen Sicherheitsbehörden einen Begriff erfunden, der jedem Menschen mit nur etwas Sensibilität Übelkeit beschert, wenn er ihn ausspricht. Hier ist die Rede von „Ausländerextremismus“. Was soll das sein? Sind diese Leute irgendwie „extrem ausländisch“? Müssen wir die „gemäßigten Ausländer_innen“ von den „extremen“ trennen? Unter den „Ausländerextremist_innen“ findet sich dann etwa die DHKP-C, eine autoritäre türkische, marxistisch-leninistische Terrororganisation, die u.A. mit Selbstmordanschlägen auf sich aufmerksam macht. Vor zwei Jahren riss einer dieser Attentäter_innen bei einem Anschlag auf die US-amerikanische Botschaft in Ankara einen Wachmann mit in den Tod. Ecevit Şanlı lebte noch wenige Wochen vor dem Anschlag in Köln. Statt seinen Prozess wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ordentlich zum Abschluss zu bringen, wiesen ihn die Kölner Behörden einfach aus. Offensichtlich transportiert das Wort „Ausländerextremismus“ so etwas wie die Hoffnung unserer für „Sicherheit“ zuständigen Ämter, politische Probleme ließen sich hier im Zweifelsfall mithilfe der Abschiebebehörden lösen, wenn die sie tragenden Menschen keine „Bio-Deutschen“ sind. Wollen wir solchen Leuten den Kampf gegen den Islamismus und seine Überwachung überlassen? Ich frage mich: in was für einer Gesellschaft leben wir, dass wir faschistoide politische Strömungen wie den Islamismus nicht als hiesiges, rechtsradikales Problem anerkennen? Ist unser liebgewordenes Links-Rechts-Schema zu „deutsch“, als dass die politische Realität in ihm Platz nehmen könnte?

Bonn ist eine Hochburg des Islamismus in Deutschland. In Bonn-Tannenbusch können islamistische Rattenfänger_innen seit Jahren ungehindert Jugendliche ködern. Sie filmen sich sogar ungeniert dabei, wie etwa Pierre Vogel, für YouTube. Als im Frühjahr 2012 in Bad Godesberg islamistische Schläger der Meinung waren, einen Street Fight gegen Polizei und Rechtspopulist_innen anzetteln zu müssen, hatte sich ein erheblicher Teil der Islamist_innen am Tannenbuscher U-Bahnhof zur gemeinsamen Anreise getroffen. In Dortmund besetzen Neonazis bekanntermaßen seit etwa 10 Jahren offensiv den westlichen Stadtteil Dorstfeld. Zumindest in der Dortmunder Zivilgesellschaft – man hat den Eindruck, bei der Polizei bis heute nicht – ist das längst angekommen. Man hat sich strategisch auf die Situation eingestellt. In Bonn allerdings hört man, spricht man Leute auf Tannenbusch an, nur latent rassistisches Rumgedruckse. Man ist zufrieden damit, ein politisches Problem zu ethnisieren und es dann zu vergessen, das heißt: „die da draußen am Stadtrand, die gehören eh nicht zu uns“. „Ausländerextremismus“, das klingt in meinen Ohren wie „Dönermorde“. Es ist dem Rassismus dieser Gesellschaft zu verdanken, dass seit der Aufdeckung des NSU zwar alle das Wort „Dönermorde“ verurteilen, aber die Rede vom „Ausländerextremismus“ verursacht anscheinend nicht mal irritiertes Augenzwinkern.

Wir müssen klarmachen: Das Problem des europäischen Islamismus lässt sich nicht lösen, indem wir nur laut genug blöken: „Die da, die gehören nicht zu unserem Volk“. Das Gegenteil ist der Fall: der hiesige Islamismus ist ein Problem dieser Gesellschaft: in Deutschland, in Großbritannien, in Frankreich. Es sind deutsche Kids, die die Social Media-Propaganda von IS, Hamas oder Hezbollah über ihre Handys abrufen und weiterreichen. Und es sind deutsche Jungs und Männer, die ihr hiesiges Elend gerne gegen die strahlende Ritterrüstung bzw. einen Kampfanzug eintauschen würden, so dumm uns das vorkommen mag. Die rassistische deutsche Gesellschaft verweigert diesen Menschen jeden Tag allein aufgrund ihres vermeintlich nicht-deutschen Aussehens und ihrer Herkunft demokratische Partizipation und ökonomische Teilhabe. Natürlich ist man auch Charakterschwein, wenn man etwa meint, im Sinjar Jagd auf Ungläubige machen zu müssen: aber man ist vor allem auch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches, ein armes Schwein. Der rassistische Reflex gegen Islamist_innen ist keine Lösung des Problems: er ist ein erheblicher Teil des Problems selber, dem wir heute in die Augen blicken müssen. Es ist sowohl im Interesse von „Pegida“ und Co, als auch der Islamist_innen, dass dieser Rassismus fortbesteht.

Wenn sich bei jedem als „rechtsradikal“, weil irgendwie „deutsch“, anerkannten Sesselfurz gleich der Volksaufstand der Zivilgesellschaft organisiert, ist das zwar erst mal auch sympathisch. Aber darin wird auch ein Problem sichtbar: dass hierzulande Rechtsradikale nicht als Rechtsradikale verstanden werden, wenn sie angeblich nicht „deutsch“ sind. Den Deutschen scheint der Springerstiefel-Naziskin so lieb geworden zu sein, weil sie von ihm als schwarzem Schaf der Familie, als bösem Geschwisterkind so sehr abhängig sind. Man könnte meinen, die Deutschen verteidigten „ihre“ Rechtsradikalen gegen Multi-Kulti. Die andere Seite der Medaille dieser Volksaufstände gegen Rechts, dieser Aufstände der Anständigen, ist, dass man gegen Rechtsradikale kaum zu Felde zieht, wenn die gar keine „Nazis“ wie aus den Geschichtsbüchern sind. Wo sind die Sitzblockaden, wenn sich in Bonn 200 Islamist_innen zu ideologischen Schulungen treffen? Müssen die Leute gerade auf dem Marktplatz von Bad Godesberg „Nazis raus“ rufen, weil da fünf Trottel von „Pro NRW“ einen Stand aufgebaut haben? Hat die Linksjugend keine Zeit gehabt? Ist die Antifa nach Berlin gefahren, um sich einem NPD-Aufmarsch entgegenzustellen?

Islamist_innen nicht als gefährliche Rechtsradikale, als theokratische Faschist_innen, als mordlustige Antisemit_innen ernstzunehmen, das scheint mir auch eine linksliberale Variante des Rassismus zu sein. Dieser Rassismus ist sicher anders als der, den wir bei „Pegida“ oder „Hogesa“ beobachten können, er ist weniger aggressiv-feindselig und weniger offen. Aber er ist subtil und er wirkt. Diese Gesellschaft schiebt Migrant_innen und ihre Nachkommen faktisch in schäbige Vorstadtsiedlungen ab und versperrt vor ihnen die Augen. Eine Zivilgesellschaft im eigentlichen Wortsinne, die dann wirkliche Sympathie verdient hätte, würde diesen Zug nicht mitmachen. Sie würde die formal-freiheitliche Gesellschaft auch dort gegen ihre Feinde verteidigen, mit offenen Augen. Feministinnen würden nicht für Aufsichtsratsposten in irgendwelchen DAX-Unternehmen kämpfen, sondern für junge Frauen, die den täglichen Straßenterror abgehängter Vorstadt-Männercliquen über sich ergehen lassen müssen. Freie Bildungsträger würden nicht die xte Gymnasialklasse zur Ausstellung über Widerstand im NS schleppen, sondern die Kids aus Tannenbusch über die Geschichte des 20. Jahrhunderts aufklären, damit es nicht Andere tun. Die LGBTIQ-Verbände würden den Schüler_innen der Randbezirke vehementer widersprechen, wenn die behaupten, dass es bei „ihnen“ ja keine Homosexuellen gäbe. Und: Moscheen würden sich nicht hinter ihrem Mantra „Damit haben wir nichts zu tun“ verschanzen, sondern ihre Definitionshoheit mutiger gegen die Islamist_innen verteidigen. Schließlich: eine emanzipatorische, radikale Linke und die Antifa müssen sich endlich offen mit den Islamist_innen anlegen und Rechtsradikale bekämpfen, ob sie nun im braunen oder im grünen Gewand daherkommen.

Wir müssen aufhören, den Kampf gegen den Islamismus der Polizei und den Verfassungsschutzbehörden zu überlassen. Das erfordert, eigene rassistische Berührungsängste zu hinterfragen, jeder, jede von uns. Der Kampf gegen Theokratie, Faschismus und Antisemitismus, der Kampf gegen den europäischen Islamismus ist nur vorstellbar als ein Kampf, der explizit antirassistisch ist. Er feiert nicht, wie bunt Bonn angeblich sei: er skandalisiert die Hässlichkeiten, unter der die Menschen in Bonn jeden Tag leiden müssen, wenn sie nicht „deutsch“ genug aussehen – nicht als Anhänger_innen einer Kultur, sondern als Individuen, als unbedingte Grenze. Der Antifa ist mit dem Zusammenbrechen des organisierten Neonazismus in den letzten zwei Jahren der liebste Gegner weggebrochen. Worauf wartet sie, worauf warten wir noch?

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Kundgebung anlässlich des Anschlags von Paris http://lust.blogsport.de/2015/01/09/kundgebung-anlaesslich-des-anschlags-von-paris/ http://lust.blogsport.de/2015/01/09/kundgebung-anlaesslich-des-anschlags-von-paris/#comments Fri, 09 Jan 2015 14:40:28 +0000 Administrator Allgemein http://lust.blogsport.de/2015/01/09/kundgebung-anlaesslich-des-anschlags-von-paris/

Samstag 10.01.2015, 10 Uhr, Marktplatz vor dem alten Rathaus, Bonn

„Gegen Volk, Nation & Umma – Solidarität mit der Charlie Hebdo & dem Kampf gegen Theokratie, Faschismus & Antisemitismus“

Theokratische, faschistische und antisemitische Tendenzen waren in Europa seit 1945 nicht so stark, wie wir ihnen heute in die Augen blicken müssen. Am Mittwoch wurden mindestens 12 Menschen – Mitarbeiter_innen des linken Satireblatts Charlie Hebdo, Polizist_innen und Passant_innen – getötet, weil die Zeitung sich u.A. kritisch zum in Europa stark gewordenen Islamismus geäußert und den Propheten Mohammed als Karikatur gedruckt hatte. Die Täter riefen laut Augenzeug_innen während ihrer Mordtour durch die Redaktionsräume „Allah ist groß“ und „Wir haben den Propheten gerächt“. Der Anschlag von Paris ist einer der erschreckendsten jüngeren Fälle, die zeigen, wie ideologischer und religiöser Wahn um sich greifen und in letzter Konsequenz Menschenleben fordern.

Tausende junge Männer und Frauen sind in den letzten Monaten aus Europa nach Syrien und in den Irak gereist, um sich dem islamofaschistischen Vernichtungsfeldzug des IS anzuschließen, auch mehrere aus Bonn. Im Dezember 2012 hätte ein Bonner Islamist beinahe eine Bombe am Bonner Hauptbahnhof gezündet und vermutlich mehrere Menschen in den Tod gerissen. Im Sommer 2014 demonstrierten vielerorts Antisemit_innen aller Couleur anlässlich der kriegerischen Auseinandersetzung im Gaza-Streifen und in Israel für die islamofaschistische Hamas. Die teilweise von „linken“ Gruppen getragenen Veranstaltungen entwickelten sich, wie in Essen, zu antisemitischen Aufmärschen, aus denen heraus Jagd auf politische Gegner_innen gemacht wurde. Es hat wieder vollendete und verhinderte Anschläge auf Synagogen in Deutschland gegeben. Mitten unter diesen Leuten demonstrierten, wie auch in Bonn, Islamist_innen offen mit den Emblemen von Hamas und IS, ohne, dass sich jemand daran gestört hätte.

Der barbarische Anschlag von Paris ist in Bausch und Bogen zu verurteilen. Ihn für rassistische Hetze á la Front National oder Pegida zu instrumentalisieren, verbietet sich ebenso wie die Romantisierung oder anderweitige Entschuldigung der ihn motivierenden islamistischen Ideologie, die sie etwa zum antiimperialistischen Abwehrkampf umdeutet. Der Anschlag von Paris ist nicht nur ein Angriff auf kritische Journalist_innen, er zielt auf bürgerliche Errungenschaften wie die Presse- und Religionsfreiheit, denen die europäischen Islamist_innen längst den Krieg erklärt haben.

Wir rufen euch daher dazu auf, am Samstag, dem 10.01., um 12 Uhr zur Kundgebung in die Bonner Innenstadt (genaueres später in der Veranstaltung) zu kommen.

Liste Undogmatischer StudentInnen, Gruppe Phoenix, Refugees Welcome Bonn, ASJ Bonn, Antihomophobe Aktion Bonn

Januar 2015

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Die Hochmesse des Formalismus http://lust.blogsport.de/2014/12/29/die-hochmesse-des-formalismus/ http://lust.blogsport.de/2014/12/29/die-hochmesse-des-formalismus/#comments Mon, 29 Dec 2014 16:44:52 +0000 Administrator Allgemein http://lust.blogsport.de/2014/12/29/die-hochmesse-des-formalismus/ Am heutigen Tag entschied der Ältestenrat auf Antrag des RCDS, dass die Grüne Hochschulgruppe nicht zur SP-Wahl im Januar antreten darf. Bereits zuvor wurde in verschiedenen Gremien darüber gestritten, ob die Listenbewerbung der Grünen angenommen werden kann. Der Grund des ganzen Theaters: Die Grünen sollen ihre Liste angeblich ganze drei Sekunden zu spät abgegeben haben. Zuletzt hatte der Wahlausschuss jedoch festgestellt, dass die Grünen dennoch antreten dürfen, da der Zeitpunkt des Betretens des Raumes, in dem die Liste abgegeben werden sollte, maßgeblich sei. Der RCDS jedoch, der im SP noch beteuert hatte, auch er wolle, dass die Grünen antreten dürfen, stellte nun den Antrag, der die Nichtzulassung bewirkte. Als Grund für den Antrag gibt der RCDS an, dass „der Listenvorschlag „RCDS & Unabhängige“ und die von ihm benannten Kandidaten durch die Zulassung bzw. Nichtzurückweisung eines möglicherweise zu spät eingereichten Listenvorschlages in ihren Wahlchancen beeinträchtigt“ seien. Alle Versuche des Ältestenrates, eine gütliche und vernünftige Einigung herbeizuführen wurden ignoriert, der RCDS bliebt stur.

Nun kann die bisher stärkste Liste im SP nicht zu Wahl antreten, weil ihre Liste angeblich drei Sekunden zu spät abgegeben wurde. Bereits seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass in der Hochschulpolitik die überkorrekte Einhaltungen von teils sinnlosen Formvorschriften über inhaltliche Arbeit gestellt wird. Die Mitglieder der Grünen Hochschulgruppe arbeiten engagiert in vielen Gremien der Universität und der verfassten Studierendenschaft mit. Oft genug mangelt es an verlässlichen MitarbeiterInnen. Nun zahlreichen Studierenden ihre Möglichkeit zur Mitarbeit im SP zu nehmen, weil eine Wahlliste möglicherweise drei Sekunden zu spät eingereicht wurde, ist töricht. Ein Ausscheiden der GHG aus dem Wahlkampf ist nicht im Interesse der Studierenden der Universität Bonn: Die Fraktion der GHG ist mit 12 Sitzen die stärkste nach der letzten Wahl im Januar 2014. Die GHG ist seit einigen Jahren Mitglied der AStA-Koalition.

Auch wenn die Grüne Hochschulgruppe nicht im nächsten Studierendenparlament vertreten sein wird, wollen wir, dass sich ihre Mitglieder auch weiterhin engagieren können und dass dem nächsten AStA Mitglieder der Grünen Hochschulgruppe auch an verantwortlicher Stelle angehören. Dies ist nicht nur ein Gebot der Fairness gegenüber den Mitgliedern der GHG. Die Mitarbeit der Grünen ist wichtig, um an entscheidenden Projekten wie der kritischen Auseinandersetzung mit der Kissinger-Professur weiterarbeiten zu können und um nicht nur die Arbeit des Öko-Referats fortzusetzen. Die LUST spricht sich deshalb dafür aus, dass GHG-Mitglieder auch ohne Fraktion im Studierendenparlament von einer linken AStA-Koalition in die entsprechenden Ämter gewählt werden.

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